Die Motorradwerkstatt Stiefenhofer ist ein Klassiker, der sich im Gassengewirr des Langstrassenquartiers versteckt und dennoch kein stiefmütterliches Dasein fristet.
Dem Berichterstatter sind die BMW-Töffs im Schaufenster bereits in den 80er Jahren aufgefallen, als er einmal wöchentlich zum Saxofonunterricht in die nahe Werkstatt für improvisierte Musik ging. Das WIM gibt's immer noch an der Magnusstrasse, Stiefenhofer Motos ebenso. Nur der Reporter hat wegen dramatischem Mangel an musikalischem Talent das Saxofon nach kurzer Testphase wieder an den Nagel gehängt resp. seiner Nichte geschenkt. Ohrenzeugen meinten, er spiele eher Kakofon als Saxofon.
Ernst Stiefenhofer hat die Werkstatt gegen Ende der 70er Jahre zusammen mit seiner Frau Lucia von der Firma Schenker übernommen, die damals schon BMW-Motorräder reparierte. Zudem reparierte Schenker auch Fiat-Autos. Ein spannender Mix. Heute führt Marcel Stiefenhofer jun. den Betrieb, der auf Reparaturen von BMW-Motorrädern und den Verkauf von BMW-Occasionen spezialisiert ist.
Die Stiefenhofers scheinen Töffbenzin im Blut zu haben. Ernst Greutert, der Grossvater von Markus, ist der eigentliche BMW-Pionier in der Region Zürich und repariert auch heute noch Oldtimer-BMW in seiner Werkstatt in Glattbrugg. Seine Tochter Lucia hat dort vor vielen Jahren Ernst Stiefenhofer kennengelernt und später geheiratet.
Informationen über ältere Motorräder der Baujahre 1950-1970 findet der Mechaniker auch heute noch in einem Mikrofichen-System, das auf einem Ehrenplatz in der Büro-Ecke thront.